Aus dem Freundeskreis

Projekt Hafenweg 22 - warmlight

Yoana Tuzharova
warmlight


Das Wohnen wird in Yoana Tuzharovas Environment zur Metapher für die existentiellen
Grundbedürfnisse des Lebens. Dabei triggert die Arbeit ein diffuses Gefühl des Verlustes,
ohne dass sich genau sagen ließe, was da eigentlich abhandengekommen sei. Ihr
Phantomschmerz wird zum Memento mori für das Erinnern selbst. Im Zitieren der
Materialien ihrer direkten Umgebung – Beton, Glas, Licht – assimiliert sie sich mit dieser
Umwelt, nur um ihre Differenz noch intensiver wirksam werden zu lassen. Die formalen
Gegensatzpaare ihres Aufbaus verstärken, ja radikalisieren sich dabei wechselseitig. Der
Eingriff ist eine embedded sculpture und dabei sehr generös: Jederzeit bereit einen
präzisen Schlag in die Magengrube zu verteilen. Sie sind herzlich eingeladen – es ist genug
für alle da.
Text: Jens Bülskämper

 

Beiratssitzung 12.06.2018

Für die zweite Beiratssitzung in diesem Jahr wurden wir in die wunderbaren Räumlichkeiten des BLB NRW am Hohenzollern Ring 80 eingeladen.

Nach Jahren des grandiosen Dienstes bei den FREUNDen, verlässt Markus Reinhard die Position des Schatzmeisters. Als Dank für den immerwährenden Einsatz überreichte der Rektor der Kunstakademie Münster ihm einen Druck von Ayşe Erkmen. Wir wünschen Markus viel Erfolg für die Zukunft und begrüßen herzlich seinen Nachfolger Dr. Thomas Niemöller.

 

Im Anschluss an die Sitzung führte uns unser Beiratsmitglied Markus Vieth durch die Räumlichkeiten des BLB NRW - der ehemaligen Königlichen Oberzolldirektion.

Unser Beirat.

Unser Vorstand der FREUNDe der Kunstakademie Münster.

Beiratssitzung 6.2.2018

Wir haben uns zur ersten Beiratssitzung 2018 getroffen.

Das Jahr 2017 war sehr erfolgreich für die Freunde und so freuen wir uns auch in diesem Jahr wieder Studierende bei ihren Vorhaben unterstützen zu können, unter Anderem mit dem Cité des Arts Stipendium und dem Förderpreis. Das 2017 ein solch erfolgreiches Jahr werden konnte war vor Allem unserer Auktion Zuschlag_01 zu verdanken und Dagmar Kronenberger-Hüffer und Christina Tumat, die die Auktion zu ihrem Herzensprojekt und somit zu diesem großartigen Erfolg gemacht haben.

Die Blumen waren da nur eine kleine Geste unserer Dankbarkeit.

Zudem haben wir uns sehr über den auch dieses Jahr wieder über den tollen Rundgang gefreut und einige Aktionen geplant, die über das Jahr hinweg angegangen werden.

Zuschlag_01

Unsere erste Benefiz Auktion war ein großer Erfolg, es sind über 60.000€ für die Studierenden der Kunstakademie Münster und ihre Förderung zusammengekommen. Wir wollen uns aufs herzlichste bei WestLotto, Chriestie's, alle Organisatoren und Helferm und nicht zuletzt unseren Gästen und Freunden für die großartige Unterstützung bedanken.

Für mehr Bilder geht es hier zum Facebook Album

Ein Bericht der WN zu unserer Benefiz-Auktion:
http://www.wn.de/Muenster/3060393-Auktion-an-der-Kunstakademie-Kunst-fuer-jeden-Geschmack

Hier ein paar Impressionen vom Abend

 

 

Wir gratulieren den drei Gewinnern unseres Förderpreises:
Niklas Fischer, Lioba Schmidt und Zauri Matikashvilli.
Allen ein herzliches Dankeschön fürs zahlreiche kommen und den Künstlern René Haustein, Philipp Höning, Christina Dunkel, Katharina-Sophie Heck, Monika Gebauer, Ayoung Woo, Bastian Buddenbrock, Jana Rippmann, Kerstin Janzen, Raoul Morales-Márquez, Yoana Tuzharova, Justyna Janetzek, Fabian Coppenrath, Lioba Schmidt, Zauri Matikashvili, Niklas Fischer, Juli Lee, Ruben Felix Ferdinand Gährken, Marie Samrotzki, Bastian Blau, Jörg Kratz, Jan Lukas Uptmoor, Chiemi Nakagawa, Fabian Warnsing, Benjamin Bode, Philipp Reuver herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Ausstellung!
Einige Impressionen von der Eröffnung und Preisverleihung:

Neuland - Junge Kunst aus der Kunstakademie Münster

Zur "Neuland" Ausstellungseröffnung in der DZ-Bank in Düsseldorf haben sich dieses Jahr wieder auch einige FREUNDe eingefunden, um die mehr als 100 Arbeiten von 13 Meisterschüler_innen der Kunstakademie Münster anzusehen.

Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Verena Gründel, Marlena Gundlach, Joschua Knüppe, Simon Mehling, Artur Moser, Chiemi Nakagawa, Robin Ortgies, Nadia Pereira Benavente, Cristina Prims Vicario, Julian Reiser, Ferdinand Uptmoor, Malte van de Water und Fabian Warnsing.

Hier ein paar Impressionen der Eröffnung:

Galerie

 

 

 

GrandTour der Skulptur Projekte Münster 2017

Seit der Eröffnung der Skulptur Projekte Münster 2017 fährt die GrandTour in 45 Minuten zu ausgesuchten Skulpturen der Projekte Münster um diese ihren Gästen nahezubringen.

Gleich zu Beginn der Projekte bekamen wir FREUNDE die tolle Gelegenheit bei einer Preview-Tour mitzufahren.

Jetzt sind die Skulptur Projekte fast zu Ende und mit ihnen auch die Fahrten des GrandTour Teams, Grund genug sie in diesem kurzen Resumee nochmal zu besuchen - denn das Team hat unermüdlich weiter geprobt und ihre Touren verfeinert oder gar komplett verändert. Jeden Samstag und Sonntag standen die Besucher schon weit vor 15 Uhr (bzw. 12 Uhr) an, um an die begehrten Tickets zu kommen und bei einer der Touren mitzufahren. Doch sollten sie überrascht werden, da es sich nicht um ein normales Vermittlungsprogramm handelt, sondern vielmehr eine an Performance grenzende Erlebnisfahrt, die viele der Gäste (wenn man dem Gästebuch glauben mag) begeisterte.

 

 

Wer noch nicht mitgefahren ist, sollte sich beeilen, die letzten Proben zur Tourenverfeinerung sind für das Team bereits vorbei und die letzten Touren an diesem Wochenende.

Allerletze Chance: Erleben Sie die GrandTour und lassen Sie sich in 45 Minuten begeistern!

Aber nicht jeder hat Zeit, oder das Glück mitzufahren, darum geht es hier zu einem kleinen Bilderalbum mit Impressionen von zwei Touren zum Hafen und Friedhof: Bilderalbum-Grandtour

Akademie Münster in der Kunst-Oase an der Seine.

Robin Ortgies ist aktueller Stipendiat an der Cité des Arts in Paris.

 

Zeit für neue Themen, neue Experimente, neue Erfahrungen hat Robin Ortgies derzeit für sechs Monate in seinem Wohnatelier im Gebäudekomplex der Cité des Arts mitten in der Kunstmetropole Paris. Kein Zweifel, ein wirkliches Privileg für jeden jungen Künstler, das seit vielen Jahren von den FREUNDen der Kunstakademie gefördert wird !

 

Robin, der neun Jahre bei Prof. Suchan Kinoshita studiert hat und 2015 in die Klasse von Prof. Deball gewechselt ist, arbeitet vor allem bildhauerisch und ist in Münster entsprechend häufig in den Werkstätten der Akademie zu finden. Vielfältiges Material und eine gut ausgestattete Werkstatt stehen zwar nun im Pariser Atelier nicht zur Verfügung, aber es gibt neue technische Alternativen. Robin Ortgies druckt seine kleinen Skulpturen mit einem 3-D Drucker. „Vermutlich haben mich zwei Dinge, denen man auf dem Weg durch diese Stadt immer wieder begegnen kann, zu den hier neu entstandenen Arbeiten angeregt. Zum einen die zahlreichen, kleinen Wasserläufe neben Bordsteinen und auf Gehwegen, zum anderen die allerorten an Brücken, Laternen und Straßenschildern zu findenden Schlösser.“ „Fluidity unlocked“ – „Entriegelte Fließfähigkeit“  beschreibt Ortgies sowohl seine in Paris entstandenen Sculptures als auch den eigentlichen Vorgang des 3-D Drucks, bei dem Kunststoffmaterial kurzzeitig erhitzt und flüssig wird, um sofort danach wieder zu erstarren. Die kleinen Skulpturen sind humorvolle Verschränkungen von Verriegelung und Festigkeit mit dem, was lose und frei beweglich ist.

Ende September wird Robin Ortgies dann Computer und 3-D Drucker wieder einpacken und nach Münster und in die Werkstätten der Akademie zurückkehren. Im Atelier an der Seine ist dann Platz für zwei neue Stipendiaten aus Münster : „Bienvenu Sujin Bae et Jonathan Lemke

 

„Keine Leuchttürme sondern Tiefenbohrung !“ (Kaspar König am 11.7.17)

Volles Haus im Hörsaal der Kunstakademie! Erneut standen die „Skulptur Projekte“ am 11.Juli im Mittelpunkt der Akademie Lectures. Prominent besetzt mit Elke Buhr, Chefredakteurin  der Berliner Zeitschrift „Monopol“, Prof. Jörg Heiser von der Universität der Künste Berlin und dem kompletten Leitungsteam der Skulptur Projekte, Britta Peters, Marianne Wagner und Kaspar König stellte sich das Panel den Fragen der engagierten Studentin Mira Reeh, Prof. Georg Imdahl und natürlich auch des Auditoriums.

Kaspar König verteidigte erneut vehement den 10 Jahres Rhythmus der Projekte und nahm den von Brigitte Franzen (Skulptur Projekte 2007) seinerzeit genutzten Begriff der „Langzeitstudie“ gerne in Anspruch. Ein Stück Geschichte der Bundesrepublik spiegele sich in den fünf Ausstellungen wieder und auch in den diesjährigen Projekten sei die Idee der „Langzeitstudie“ mit Künstler/innen aus drei Generationen und Kuratoren aus drei Generationen erkennbar.

Britta Peters und Marianne Wagner erläuterten den Arbeitsprozess der kuratorischen Praxis, der vor allem durch die von Beginn an intensive Zusammenarbeit mit den eingeladenen Künstlerinnen und Künstlern geprägt war. Prof. Heiser erinnerte an die sich gravierend veränderten Arbeitsweisen im Vergleich zu den ersten Projekten, wo es noch keine digitalen Kommunikationswege zwischen Künstler und Ausstellungsmacher (König !) gab. Damals musste Michael Asher noch einen Notizzettel mit der nahezu verzweifelnden Aufschrift „Kaspar, where the hell are you?“ hinterlegen.

 

 

„Wenn man sich die Projekte in Münster anschaut, geht man wirklich gleichzeitig durch mehrere Ausstellungen“, stellte Elke Buhr fest. Im Ergebnis habe es in den vier Jahrzehnten eine Art „schleichender Erziehung der Öffentlichkeit“ in dieser Stadt gegeben, ergänzte Jörg Heiser. Aber trotzdem sei es grundsätzlich bei dem Konzept geblieben, das nichts gezeigt werden soll, was bleibt. „Sonst würde die Stadt doch daran ersticken!“ fügte Kaspar König hinzu.

 

 

 

Die Stadt Marl als zweiter Standort der Skulptur Projekte wurde im Panel, ergänzt durch ein Statement des Direktors des Marler „Skulpturenmuseum Glaskasten“, thematisiert. Georg Elben stellte fest, Marl würde leider in den Feuilletons häufig übersehen. Das sei schade, da auch hier wichtige Beiträge der diesjährigen Projekte zu sehen seien.

Alles in allem : Zwei Stunden interessante Blicke hinter und vor die Kulissen einer Ausstellung, die zum Glück noch einige Wochen zu sehen ist ! Auf geht`s !

GrandTour und Beiratssitzung

"Die Skulptur Projekte in 45 Minuten" - das hat sich das junge Vermittler-Team der GrandTour vorgenommen.

Ein Konzept, welches das Team der Skulptur Projekte Münster 2017 überzeugte und auch uns neugierig genug gemacht hat, dieses Projekt und Angebot für Besucher der Skulptur Projekte zu unterstützen.

Am 07.06.2017 gab es darum eine exklusive Preview-Tour für die Freunde, in welcher die gute Vorbereitung, Professionalität und Finesse, mit der das Team der GrandTour arbeitet, zur geltung kam. Das Wetter war 34 Grad heiß und die Stimmung der Teilnehmer gut. In einer genau 45-minütigen Tour wurden wir durch die Skulptur Projekte geführt und einige zentrale Werke angesteuert. Ohne große Worte: Die Führung war bis zuletzt spannend und ermöglichte einen erfrischend anderen Zugang zu den Werken der Skulptur Projekte. Doch das Team der GrandTour ist stets um Verbesserung bemüht, weshalb wir eingeladen wurden in einer kurzen Reflektion Feedback zu geben und die abkühlenden Räumlichkeiten des Pumpenhauses zu genießen.

Wer neugierig geworden ist, der sollte einmal die Website der GrandTour besuchen, auf der weitere Infos zu finden sind, vor allem auch die Zeiten der Führungen:

grandtour-muenster.de

Danke für die tolle Führung.

 

 

 

Am 30.05.2017 folgte dann die 2. Beiratssitzung in diesem Jahr. Auf der Sitzung wurde begeistert von den Erlebnissen bei der GrandTour erzählt und nochmals Lob für das tolle Jahrbuch 2016 ausgesprochen, welches die Kunstakademie, zur großen Freude der Freunde, jedem unserer Mitglieder zur Verfügung stellt. Zuletzt wurde der Rest des Jahres mit den Skulptur Projekten Münster 2017 und unserer großen Aktion Ende diesen Jahres besprochen.

 

Beiratssitzung

Wir haben uns zur ersten Beiratssitzung 2017 getroffen.

Die Sitzung begann mit der Übergabe eines Siebdruckes von Paul Schwer an Marion Herbst, langjähriges Mitglied bei den Freunden und eine der Gewinnerinnen bei unserer Verlosung beim Rundgang.


  

Nach einigen Absprachen über Regularien und anderes offizielles folgen die Berichte vom Vorsitzenden Andreas Freisfeld, sowie des Rektors der Kunstakademie Maik Löbbert.
Alle waren guter Stimmung ob des sehr erfolgreichen Rundgangs, der wie auch schon in unserem Blog berichtet mit vielen Highlights aufwarten konnte.Im weiteren Bericht betonte der Rektor vor allem die geplante verbesserte Betreuung des O-Bereichs(durch Miriam Jonas) und die weitere digitale Aufrüstung der Akademie zur Erschließung weiterer künstlerischer Arbeitsweisen und Felder.


Der Beirat freute sich über die vielen neuen Mitglieder, die sich beim Rundgang gefunden haben und die
fortschreitende Digitalisierung der Mitgliederliste, welche demnächst eine kosten- wie auch umweltfreundlichere Kontaktaufnahme zu den Mitgliedern über E-Mail ermöglicht.
Weiter wurde auf große Aktionen im Laufe des Jahres hingewiesen, darunter die Skulptur-Projekte 2017 mit der „Grandtour“ der Klasse Mik, die Förderpreis Ausstellung am 24.10.2017 und einem sensationellen Projekt in der Adventszeit.


Abgeschlossen wurde die Sitzung mit einer interessanten Präsentation von Prof. Scherer über Bio-Art,
einem Thema, welches durch seine Aktualität besticht und wohl die Kunst in naher Zukunft stark mitprägen wird und in teilen auch schon geprägt hat.
Nach dem Ende der Sitzung haben sich dann noch einige der Freunde gemeinsam mit dem Rektor die
„Kunstkiste“ angesehen, die die Klasse Kinoshita den Freunden geschenkt hat als Dankeschön für die finanzielle Unterstützung ihrer Japan Exkursion.

  

 

 

Michael von Biel mit Richter und Polke aus der Sammlung Lauscher

Der Kunstverein Lippstadt e.V. zeigt in seiner Ausstellung vom 19.02 - 09.04.2017 ausgewählte Werke von Michael von Biel, Sigmar Polke und Gerhard Richter, alle aus der Sammlung unseres langjährigen Freunde Mitglieds Rudolf Laucher.

Der Text des Kunstvereins Lippstatt zur Ausstellung:

Michael von Biel ist ein fast 80-jähriger Musiker, Zeichner und Maler, der in den 1960er Jahren als Komponist vor allem im Bereich der Fluxus-Musik tätig war. 1968/69 studierte er bei Joseph Beuys an der Düsseldorfer Akademie. Danach arbeitete er neben seinen musikalischen Aktivitäten zunehmend und erfolgreich im zeichnerischen und malerischen Bereich. Von Biel lebte überwiegend in Köln, 2005 zog er nach Tübingen.
Von Michael von Biel zeigt der Kunstverein Lippstadt Zeichnungen und Malereien von 1971 bis 2007. Die Bilder gehen überwiegend von Landschaften aus, auch von Stillleben und musikalischen Assoziationen, doch löst das Temperament der Strichführung den Gegenstand weitgehend auf. Was die Bilder von Michael von Biel eher zeigen, sind freie lineare und farbige Bewegungen und rhythmische Strukturen mit sehr lebendigem Ausdruck - still und zart, dynamisch und rasant, raffiniert und hintergründig und immer auch humorvoll.

Alle Bilder in der Ausstellung stammen aus der Sammlung Lauscher, einer großartigen Privatsammlung in Greven. Das gilt auch für die Gemälde und großformatigen grafischen Arbeiten von Sigmar Polke und Gerhard Richter. Bei aller Unterschiedlichkeit geht es auch bei ihnen um schwankende und unfixierbare Zwischenbereiche zwischen Gegenständlichkeit und freier Abstraktion. Und auch bei diesen "Weltmeistern" der Gegenwartskunst spürt man in den Verwandlungen des Sichtbaren bei jedem Bild eine gute Prise Humor.

Webseite des Kunstverein Lippstadt:
https://www.kunstverein-lippstadt.de/

Einige Fotos zur Ausstellung:
https://www.kunstverein-lippstadt.de/galerie/michael-von-biel/impressionen-vernissage/
https://www.kunstverein-lippstadt.de/galerie/michael-von-biel/bildgalerie/

 

Ein Artikel der Lippstädter Zeitung "Der Patriot" vom 16.02.2017 zur Ausstellung:

Gelebte Kulturförderung

Projekt Hafenweg 22 (PH22)


Sicherlich kann man viel diskutieren über die Möglichkeiten der Kulturförderung. Die in Münster lebende Künstlerin Gro Lühn zeigt wie man es macht!
Seit über 15 Jahren fördert und unterstützt sie junge Künstler und Künstlerinnen. Gemeinsam mit Prof. Maik Löbbert kuratiert sie eine der außergewöhnlichsten Ausstellungsflächen in Münster: das von Prof. Kleihues konzipierte, gläserne Treppenhaus am Hafenweg 22. Zwanzig Meter hoch, fast fünf Meter breit - eine Herausforderung für die jungen kreativen Köpfe. Aber auch finanziell eine nicht zu unterschätzende Aufgabe. Um die Projekte realisieren zu können hat Gro Lühn einen starken Partner gewinnen können: Grimm & Partner - Unternehmens- und Wirtschaftsberatung GmbH

Das eigentlich Beeidruckende am PH22 ist die Entwicklung die alle Künstler durchlaufen haben. Heute sind es etablierte, erfolgreiche Menschen die ihren Platz in der Kunstwelt gefunden haben.
Heute wollen wir anfangen einen Blick in die Vergangenheit zu werfen und zeigen was es bereits im Treppenhaus zu bestaunen gab.

Den Anfang macht: Jan Albers




Wo Jan Albers heute steht, lesen Sie in folgendem Artikel von Kay Heymer:

Aggressive Meditation

Die Kunst von Jan Albers ist eigenwillig und unverwechselbar. Kontrolle und Aggression mischen sich in seinen Werken auf eine unvergleichliche Weise. Arbeiten von Jan Albers sind in ihrer Eigenwilligkeit erkennbar, er hat eine vielseitige Formensprache entwickelt, die ohne allzu deutliche Verweise auf andere Künstler auskommt, und doch steht er selbstverständlich in einer Tradition avantgardistischer Kunst, über deren Geschichte er souverän verfügen kann. Nach einer längeren Phase, in der sorgfältig ausgeführte Buntstiftzeichnungen vorherrschten, deren bärtiges Personal einer psychedelischen Bildwelt der späten 1960er Jahre entsprungen scheint, ging Albers seit etwa 2007 zur Herstellung von Collagen über, bei denen das Papier als Trägermaterial noch vorherrscht, aber auch andere Stoffe wie Holz, Metall oder Keramik eingesetzt werden. Schon in seinen Zeichnungen wurde deutlich, dass Albers Oberflächen als Ganzheit auffasst und diese im allover bearbeitet. Die strahlenden Linienbündel seiner Zeichnungen setzte er in Ausstellungen auch auf der Wand fort. Er hat eine Reihe von Rauminstallationen geschaffen, in denen sich ein ganzheitliches Gestaltungsinteresse manifestierte. Außerdem schuf er eine Reihe von Regalen, die mit dekorativen, für den afrikanischen Markt hergestellten Ornamentstoffen überzogen wurden. Seit einigen Jahren entstehen darüber hinaus Metallobjekte, die im Ausstellungsraum wie Sperren oder Hindernisse wirken – Rohre aus verschieden behandelten Metallen, teils pulverbeschichtet, teils galvanisiert, teils unbehandelt roh belassen und zugesägt. Diese verschiedenen Metallrohre sind zumeist an der Wand befestigt und wecken unmittelbar Assoziationen, die weniger mit Kunst als vielmehr mit der Gewalttätigkeit einer industriellen Umgebung zu tun haben. Die Arbeiten haben jedoch auch Anklänge an die amerikanische Minimal Art, allerdings sind sie freier und aggressiver als die klassischen Erzeugnisse von Donald Judd oder Robert Morris. Jan Albers improvisiert stärker, geht freier mit seinen Materialien um. Sein grundsätzlicher Zugriff ist gekennzeichnet durch die Konfrontation gegensätzlicher Themen, Formen und Inhalte. Seine Werke sind Hybride, in denen sich spirituelle Suche und politisches Engagement kreuzen, Aggression auf Poesie, Unordnung auf Ordnung, Abbild auf Erfindung trifft. Kategorial lassen sich seine Arbeiten kaum fassen – seine Objekte sind weder Skulpturen noch Reliefs, seine Bilder weder reine Zeichnung, noch Malerei, noch Collage. Jan Albers eröffnet der Kunst neues Terrain, er demonstriert, dass es auch nach der Moderne und der Postmoderne noch immer möglich und notwendig ist, Kunstwerke zu schaffen, die neu und unverwechselbar sind. Dabei geht der Künstler mit einer seltenen Unduldsamkeit und Kompromisslosigkeit vor. Seine Werke wirken im vollendeten Zustand äußerst kontrolliert und bisweilen elegant, dabei verdanken sie ihre Existenz oft zerstörerischen Prozessen – Metallrohre werden gebogen, geknickt und zersägt, Papiere zerrissen, perforiert oder zerschnitten, Keramikstücke zerbrochen. Der Herstellungsprozess bei Jan Albers kennt Phasen konvulsivischer Erregtheit ebenso wie solche meditativer Kontemplation und strategischer Überlegungen. Seine Bilder zeigen diesen Kontrast zwischen obsessivem Aktionismus und präziser Planung. So bestehen Arbeiten wie Fleisch oder eatlife aus Materialien, deren Zusammenstellung formale Geschlossenheit erzeugt – ein Farbschema aus rot und weiß, ergänzt um glasierte Keramikstücke (die mit Draht grob auf der Fläche befestigt wurden und an rohes Fleisch erinnern) oder eine Kombination aus weiß, türkis und orange mit farblich abgestimmten Holzklötzen. Die farbigen Papiere wurden zu Streifen geschnitten und miteinander verflochten, wobei sie Farbfelder und Schrift erzeugen, die sich ablesen lässt. Diese Bilder sind buchstäblich vielschichtig, kombinieren figurative Assoziationen mit abstrakten Farbkontrasten und lesbarer Schrift zu einem Gesamteindruck, der vollkommen neu ist. Albers’ Arbeiten haben jeweils eigene Zutaten, die ihr Aussehen prägen. Diese Zutaten durchlaufen einen Prozess teils gewaltsamer Transformation – eine Aggression, die unter der Oberfläche einer souverän gestalteten Ausführung kaum noch auffällt.
    Die Präsentation seiner Werke erfolgt mit derselben kompromisslosen Kontrolle wie ihre Herstellung. Jan Albers bestimmt die Rahmung seiner Werke, wobei er gern auf Acrylkästen zurückgreift, die zum Schutz der empfindlichen Arbeiten gut geeignet sind, in ihrer formalen Ausgestaltung jedoch auch an die Ästhetik der 1970er Jahre erinnern, die für die Generation der Eltern und Lehrer des Künstlers bestimmend waren. Der pauschale Eindruck einer Prägung durch die späte Hippie-Ära, der sich durch das gesamte bisherige Schaffen von Jan Albers zieht, entspricht dem generellen Phänomen biografischer Prägungen, wie sie jeder Künstler in seiner Generation erfährt. Für Jan Albers ist dabei der einheitliche Gesamteindruck seines Werkes so wichtig, dass er auch seine Ausstellungsräume durch das Setzen neuer Wände und die Schaffung von Wandmalereien bestimmt. Jan Albers konfrontiert den Betrachter mit einer einheitlichen Vision, er will ihn nicht unberührt lassen. Es reicht nicht, eine einzelne Arbeit zu betrachten und sie dann mehr oder weniger schön oder interessant zu finden. Für Jan Albers ist entscheidend, Kunst als existenzielle, persönliche Erfahrung und auch als gesellschaftlich notwendiges Phänomen zu begreifen und nicht nur als Dekor. Dabei bietet sein Werk sowohl spirituelle wie auch politische Reflektionsebenen an. Seine abstrakte Formensprache mit ihren Anklängen an die transzendentale Farbfeldmalerei der 1960er Jahre lässt sich als reine Form wahrnehmen, doch andererseits lassen sich in den einzelnen Werken immer wieder politische Aussagen und Bekenntnisse ablesen, die mit der Biographie des in Namibia aufgewachsenen Sohnes von politisch engagierten Missionaren zusammenhängen, der schon in seiner Kindheit mit politischer Gewalt, Verhaftungen von Widerstandskämpfern und Demonstrationen konfrontiert war. Die Kunst von Jan Albers changiert nicht zufällig zwischen Nelson Mandela und Ellsworth Kelly, es ist gerade diese ungewöhnliche Spannung zwischen politischem Engagement und spiritueller Sehnsucht, die sein Werk faszinierend und überzeugend macht. Eine Ausstellung von Jan Albers wird man nicht vergessen, da sie die Wahrnehmung des Betrachters auf mehreren Ebenen provoziert und sich ins visuelle wie emotionale Gedächtnis gräbt. Albers demonstriert mit seinen Arbeiten, dass sich künstlerischer Erfindungsreichtum und gesellschaftliche Relevanz nicht ausschließen, sondern einander geradezu bedingen können. In diesem Sinne ist er ein Stammeskünstler oder ein Ritualexperte unserer komplizierten und skrupellosen Zeit.

Kay Heymer


Jan Albers in Art Magazin
Jan Albers bei Van Horn

Cité des Arts, ein wahrlich inspirierender Ort in Paris !

Das Atelier ist noch etwas spartanisch. Aber wunderbar gelegen! Am Ufer der Seine. Blick auf Notre Dame und die Ile St.Louis. Ein paar hundert Meter zum Place des Vosges. Mitten im Marais. Besser geht es kaum.
Gerade ein paar Tage vor meinem Besuch Mitte Oktober war sie in ihr neues Atelier auf Zeit in der Cité des Art eingezogen. Die junge Bildhauerin Justyna Janetzek, 1986 im polnischen Klosterbrück geboren und nach einem ersten Kunststudium in Oppeln, 2009 an die Kunstakademie Münster gekommen. Seit dem beschäftigt sie sich vor allem mit den Themen Raum, Architektur und dem menschlichen Maß in ihren Raumskulpturen aus Stahl, wurde 2013 zur Meisterschülerin in der Klasse Maik und Dirk Löbbert berufen und hat nun, gemeinsam mit Hanna Kier das Arbeits-Stipendium in Paris, seit vielen Jahren auch gefördert durch die FREUNDE der Kunstakademie, erhalten.
Die Cité des Arts, getragen von einer französischen Stiftung unter Beteiligung vieler internationaler Partner, bietet etwa 250 jungen Künstlern aus aller Welt Studios mit Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten.
Alle sechs Monate findet der fliegende Wechsel der von einer Kommission auf Vorschlag der Akademie Professoren ausgewählten münsteraner Stipendiaten in der Cité statt. Bis Anfang Oktober hatten Inga Krüger und René Haustein die Gelegenheit, die Kunststadt Paris von all ihren inspirierenden Seiten kennenzulernen, eigene Arbeiten zu konzipieren und zu realisieren. Nun sind es Justyna und Hanna, denen wir viele neue Anregungen, Erfahrungen und Impulse für ihre künstlerische Arbeit in der Cité des Arts International wünschen.
Hans Gummersbach

„My Biennale-Favourites in Venice“ TEIL 2

Auch Frau Dr. Kronenberger-Hüffer hat die Biennale in Venedig besucht und uns ein paar Eindrücke mitgebracht: 

“Auch wenn die Tage in Venedig diesmal etwas grau und regnerisch waren, gab es doch wie immer Spannendes zu entdecken. Hier die Spitzenreiter meiner persönlichen “Best-of”-Liste: Chiharu Shiota im japanischen Pavillon, der von Heimo Zobernig erzeugte Raumeindruck im Österreichischen Pavillon und Global Myopia von Marco Maggi im Pavillon von Uruguay, das Urban Requiem von Barthélémy Toguo, die Videoarbeit The AK-47 vs The M16 von The Propellor Group und vor allem die Papierarbeiten zu Syrien von Tiffany Chung (alle drei Arsenale). Ansonsten gab es manches “déjà vu”, aber auch immer wieder sehr gute Zeichnungen zu entdecken, da zeichnet sich eine neue Auffassung ab.”

„My Biennale-Favourites in Venice“

… noch bis zum 22. November ! Dann schließen Türen und Tore im historischen Arsenale, in den architektonisch kunterbunten Giardini Pavillons und in den wunderbar morbiden Renaissance Palästen in der Serenissima ! Und dann werden sie wieder abgebaut, abgehängt, deinstalliert und gut verpackt in alle Welt entlassen: die Kunstwerke aus 90 Nationen der 56. Biennale in Venedig.

Sage und schreibe 436 Fotos von meinem diesjährigen Aufenthalt in Venedig auf dem Chip meiner Kamera!

Und was bitteschön war mein Favorit ??? Vieles! Die Thematisierung der Situation der afrikanischen Flüchtlinge in Deutschland in Tobias Zielony’s Portfolio im Deutschen Pavillon. Die sensationelle Aussicht vom obersten Stock des Palazzo Pisani (obwohl mich die ausgestellte Kunst aus Südafrika nicht umgehauen hat). Die in zig Vitrinen akribisch dokumentierten der Spuren der Herkunft und Handelswege von Blumenbouquets für offizielle Staatsbesuche in der Arbeit von Tariyn Simon im Arsenale…

Wie gesagt: 436 Fotos auf meiner Kamera… auch von Tintorettos, Tizians, Bellinis und sonstigen Putten-, Marien- und Heiligenmalern…

Aber - bevor ich es vergesse- etwas ganz besonderes war für mich eine Ausstellung, die eigentlich gar nicht zum offiziellen Bestand der Biennale gehörte. „Proportio“ im Palazzo Fortuny zeigt eine eindrucksvolle Dokumentation der allgegenwärtigen Suche nach der guten Proportion in Kunst, Architektur und Wissenschaft durch die Jahrhunderte. Sicher etwas „old school“ aber für mich etwas Wunderbares.
Noch bis zum 22.November!

Hans Gummersbach

SEKUNDE

Wir, Suna Kim und Ille präsentieren vier großformatige Fotoarbeiten im Treppenhaus: auf jeder Etage wird ein großes Steinbild dargestellt. Diese Natursteine sind zum Teil auf die Straße gefunden und zum Teil gekauft. Die Original Steine sind max. 20x30cm groß, die sind aber mehr als hundertmal vergrößert. Die Bilder wirken dann wie riesige Naturfelsen und das Treppenhaus fungiert wie eine große Vitrine.

Mit dem Titel ‚SEKUNDE’ haben wir versucht, die Arbeit mit dem Begriff ‚Zeit’ zu verbinden; in Buddhismus wird das Stein oft als eine Metapher von einen sehr langen Zeitabschnitt verwendet. Um die Dauer eines solchen Zeitabschnittes zu veranschaulichen, wird oft folgendes Gleichnis verwendet.

„Wenn sich da, o Mönch, ein Felsblock befände aus einer einzigen Masse, eine Meile lang, eine Meile breit, eine Meile hoch, ungebrochen, ungespalten, unzerklüftet, und es möchte alle hundert Jahre ein Mann kommen und denselben mit einem seidenen Tüchlein einmal reiben, so würde wahrlich, o Mönch, der aus einer einzigen Masse bestehende Felsblock eher abgetragen sein und verschwinden als eine Welt. Das, o Mönch, ist die Dauer einer Welt. Solcher Welten nun, o Mönch, sind viele dahingeschwunden, viele hunderte, viele tausende, viele hunderttausende. Wie aber ist das möglich? Unfaßbar, o Mönch, ist diese Daseinsrunde (samsāra), unerkennbar der Beginn der Wesen, die im Wahne versunken und von dem Begehren gefesselt die Geburten durchwandern, die Geburten durcheilen.“ **

In einem Stein ist die Zeit, die das Stein braucht, um zu entstehen und zu vergehen, gespeichert. Im Vergleich zu unserem Leben ist die Zeit des Steins sehr langsam und scheint fast gefroren zu sein.
Mit dieser Arbeit möchten wir, dass der Betrachter einen winzigen Moment dieser Ewigkeit erfährt und diesen Moment, in dem man sich befindet, anders wahrnimmt. 

Jung trifft alt: Rudolf Lauschers Sammlerprojekt

Er ist der Nestor im Kreis von Beirat und Vorstand der Freunde: Rudolf Lauscher, 82 Jahre, "eigentlich" Wirtschaftsanwalt, lebt mit der Kunst, lebt für die Kunst - und er läßt in unnachahmlicher Weise junge Künstlerinnen und Künstler der Akademie daran teilhaben.

Sein Projekt "Freundliche Übernahme" ist eine Art Summary vieler Kunstfäden, die Rudolf Lauscher in seinem Sammlerleben ausgelegt hat. Die Fäden bündeln sich in seinen privaten Häusern in Greven. Im ehemaligen Elternhaus hat er nun mit jungen Künstlern Teile seiner Sammlung neu inszeniert: Die Räume atmen die "Aura gelebten Lebens aus: Im Fall von Rudolf Lauscher die eines Lebens mit Bildern und Kunst", schreibt Thorsten Jantschek. Das über das Haus hinaus greifbare Resultat ist knallorange, bibliophil gestaltet und macht süchtig beim Blättern: das Buch "Freundliche Übernahme", das sogar im MOMA in New York ausgelegt wird. Entstanden ist es im Austausch mit Lena von Goedeke, Hubertus Huvermann, Till Julius Huss und Kristina Berning. Es steckt voller Humor, Witz und Persiflage. Kunst, die sich nicht allzu ernst nimmt.

Die Heimat Greven ist nur eine Art Zufallsort für die weltweit angelegte Sammlung Lauschers, der - nomen est omen - der Avantgardekunst eines Polke, Lüpertz, Richter, Beuys oder Blinky Palermo intensiver und früher "gelauscht" hat als die meisten Zeitgenossen in Westfalen. Seine intime Kenntnis der rheinischen Kunstszene seit den 60er Jahren war der Ausgangspunkt der Sammlung. Heute tragen auch Akademieabsolventen wie Kristina Berning oder Bettina Marx zur ständigen Erneuerung der Avantgarde-Kunst bei.

Avantgarde im Sinne eines vorauseilenden Vorbildes ist Rudolf Lauscher aber auch für uns Freunde. Er setzt schon um, wovon wir träumen. Nur in der intensiven Auseinandersetzung mit jungen Künstlerinnen und Künstlern der Akademie konnte seine jüngste Frucht entstehen. Frei von Subventionen, frei von konziliaren Gremiendiskussionen und Dauerabstimmungen. Just do it. All together. Chapeau!

Projekt HAFENWEG 22

Professor J. P. Kleihues (†2004), der Architekt des Hauses, hat das vierstöckige gläserne Treppenhaus u.a. für Kunstausstellungen konzipiert, mit einer einmaligen Ausstellungsfläche von 22 Metern Höhe. Seit 15 Jahren stellen wir jährlich zwei bis drei KünstlerInnen das Treppenhaus für eine Arbeit zur Verfügung, inkl. einem festen Budget. Drei Jahre lang wurde die Ausstellungsreihe in Zusammenarbeit mit der Professorin Katharina Fritsch konzipiert. Das Projekt wird nun von der Künstlerin Gro Lühn geleitet und in Zusammenarbeit mit Professor Mike Löbbert, Künstler und Rektor der Kunstakademie Münster, kuratiert.

Die Ausstellungsreihe wird gesponsert von Öffnet externen Link in neuem FensterGrimm & Partner- Unternehmungs-und Wirtschaftsberatung GmbH.

„Gegenstände, die sich selbst in unnachahmlicher Treue mahlen“…

 

… so beschrieb Alexander von Humboldt tief beeindruckt die Ergebnisse des ersten fotografischen Verfahrens, das im Sommer 1839 in Paris der staunenden Öffentlichkeit präsentiert wurde. Niemand der Zeitgenossen ahnte, welche visuelle Revolution mit der, nach seinem Erfinder benannten „Daguerreotypie“ vor 175 Jahren ausgelöst wurde.

In einem außergewöhnlichen Praxis-Workshop im Rahmen einer Veranstaltungsreihe zur Geschichte der Fotografie unter der Leitung von Dr. Hans Gummersbach - selbst Mitglied des Beirats der FREUNDE der Kunstakademie - hieß es für zehn Studierende der Akademie „Back to the roots“. Die Studenten hatten die seltene Gelegenheit, das originale, sehr aufwendige Verfahren der Herstellung einer Daguerreotypie selbst kennenzulernen.

Unter der Anleitung von zwei erfahrenen Praktikern aus den Niederlanden wurden zwei Tage lang versilberte Kupferplatten poliert, mit Jodkristallen lichtempfindlich gemacht und nach der mehr-minütigen Belichtung in einer Plattenkamera im Quecksilberkasten entwickelt, um schließlich in einer Salzlösung fixiert zu werden. Das Ergebnis waren zehn aufregende silbern glänzende Unikate, „Spiegelbilder des Lichts“, wie Zeitgenossen die Daguerreotypien metaphorisch nannten.

Die Freunde der Kunstakademie Münster sind Menschen, die sich mit Ideen, Spenden und persönlichem Engagement dafür einsetzen, die Studierenden der Akademie zu fördern und in der Kunstszene in Münster und Region zu verankern.